Samstag, 29. Januar 2011

Bauanleitung für einen Keilrahmen

Wie spanne ich die Leinwand selbst auf einen Keilrahmen?


Bitte nicht ohne Humor lesen!

Als erstes musst Du die vier Keilrahmen-Schenkel rechtwinkelig zusammen stecken - dabei ist ein Eisen-Winkel für die Kontrolle recht hilfreich. Alle Enden können optisch sauber zusammen liegen und trotzdem ist der ganze Rahmen total verzogen. Also musst Du so lange “fummeln” (ein paar leichte Hammerschläge mit der Flachen Seite) bis der Holzrahmen auch tatsächlich passt und die Schenkel jeweils einen rechten Winkel ergeben. Prima!

Nun kannst Du den Rahmen auf die Leinwand legen und alle vier Seiten der Leinwand mit Hilfe von sehr praktischen Pin´s oder unpraktischen Reißzwecken auf dem Holzrahmen justieren. Ergebnis ansehen (am besten gegen das Licht) und gegebenenfalls korrigieren. Du wirst sehen, das klappt schon, ist soweit nur eine Frage der Zeit.

Wenn also alle Seiten gleichmäßig verlaufen, dann kannst Du die erste lange Seite festtackern. Dann folgt die gegenüberliegende Seite. Die Leinwand - möglichst parallel - von Hand anspannen und festtackern. Du solltest nicht mit Gewalt an der Leinwand ziehen - mit normaler Handkraft spannen und mit dem Tacker fixieren. Na also, klappt doch!

Jetzt geht´s auch schon zum Endspurt: Die Leinwand am Eck der kurzen Seite sauber einfalten (praktisch so, als wolltest Du ein Weihnachtpäckchen in Geschenkpapier einwickeln) und festtackern. Beide Ecken auf einer Seite erledigt? Guto so! Dann die verbliebene “Leinwand-Zunge” über die ganze Länge umfalten, anspannen und festtackern. Das gleiche geschieht nun mit der Seite gegenüber. Klar, ist ja logisch!

Nun sollte die Leinwand schon eine ganz gute Spannung haben. Etwa nicht? Vielleicht noch nicht ganz perfekt? Kein Problem: In der einen Hand nimmst Du die Leinwand samt Keilrahmen und in der anderen Hand (bitte ganz läsig) Deinen Hammer. Jetzt: mit der flachen Hammerseite auf den unteren (zuerst den langen) Schenkel des Keilrahmen “schlagen”. Leinwand um 180 Grad drehen und das gleiche noch einmal. Leinwand um 90 Grad drehen und die gleiche Prozedur. Und wieder die gegenüberliegende Seite. Damit treibst Du die Schenkel (welche Du zuvor mühevoll auf den rechten Winkel gebracht hast) gleichmäßig auseinander und spannst damit die Leinwand in perfekter Form.

Das “Schlagen” auf den Rahmen solltest Du natürlich schon mit etwas Gefühl betreiben … und Du solltest die Mitte des Schenkels treffen. Wichtig: Blos nicht die Enden der Keilrahmen zusammen tackern - dann kannst Du sie nicht mehr auseinander treiben. Hast Du ne Ahnung! Ich bin ja nicht doof … wirst Du jetzt sagen? OK … mir hat am Anfang keiner was gesagt und ich musste erst selbst dahinter kommen. Augenzwinker!

Zum guten Schluss die acht Keile in die Ecken stecken und mit dem Hammer festklopfen - bitte keine rohe Gewalt anwenden. Mit den Keilen lässt sich zum einen die Spannung fixieren aber auch später nachspannen. Fertig! Wie viele Gemälde hast Du bei mir gekauft? Viel Spaß! Smile! Entweder wirst Du nach vollendeter Arbeit bei mir als Keilrahmenbauer einsteigen oder die nächsten Gemälde doch besser gegen einen kleinen Aufpreis aufspannen lassen.

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